Schwerte. (TK) Die Mitarbeiter des DRK-Transportdienstes stehen derzeit heftig unter Druck: Der Mangel an Blutkonserven bei der Hagener Blutbank hat auch für sie Konsequenzen. Die prekäre Lage kostet viel Zeit und Mühe…

…Die Mehrbelastung ist enorm, sagt Martin Kolöchter, 2. Vorsitzender des DRK in Schwerte. Die knappe Zahl an Blutkonserven macht sich im Alltag an mehreren Stellen bemerkbar, erläutert Kolöchter. Wenn Krankenhäuser beispielsweise die Konserven ordern, dann möchten sie solche Mengen bestellen, mit denen sie einige Tage auskommen. Doch dieser Wunsch wird ihnen häufig nicht erfüllt. „Wir nhaben derzeit nur Reserven für einen Tag“, berichtet Friedrich-Ernst Düppe, Sprecher des Blutspendedienstes in Hagen. Folglich gibt die Blutbank entsprechend weniger Konserven aus. Damit die Krankenhäuser ihren Bedarf erfüllt bekommen, müssen die 40 Mitarbeiter und Helfer des Transportdienstes, derzeit an der Konrad-Zuse-Straße untergebracht, deutlich häufiger unterwegs sein.

Zudem treten immer wieder akute Fälle auf, in denen die Krankenhäuser dringend Blutkonserven benötigen, beispielsweise nach einem Verkehrsunfall. Haben sie dann keine Bestände mehr, rufen die Krankenhaus-Mitarbeiter in Schwerte an und fragen, ob sie aus anderen Häusern noch Blut bekommen können. „Dann hängen sich unsere Leute ans Telefon und versuchen in Windeseile, ein Krankenhaus aufzutun, das in die Bresche springen kann“, berichtet Kolöchter.

In der Vergangenheit gab es nach seinen Worten immer wieder Engpässe, aber so schwierig wie derzeit sei es noch nie gewesen.

Die Ursachen kennt Friedrich-Ernst Düppe. „Von Jahr zu Jahr gehen die Blutspenden um zwei bis drei Prozent zurück“, blickt er auf die Statistik. Düppe nennt darüber hinaus noch weitere Zahlen, die verdeutlichen, wie sehr die Schere stetig auseinandergeht: Ende des Jahres 2008 werden 20 064 Spender die Altersgrenze von 65 Jahren überschritten haben. Sie dürfen kein Blut mehr spenden. Diese Menschen haben aber dafür gesorgt, dass 56 000 Konserven im Jahr zur Verfügung standen. Die Zahl der Neuspender sei deutlich niedriger und liege bei rund 10 000, sagt der Sprecher. Durch diese Gruppen seien 17 000 Blutkonserven zusammengekommen.

Der Sprecher appelliert an alle Bürger zu überlegen, ob sie sich nicht an einer der nächsten Spendeaktionen beteiligen wollen.

Quelle: Westfälische Rundschau

Großer Mangel an Blutkonserven